Es ist ein Spruch, der gern im Scherz gesagt wird, in dem aber eigentlich ganz viel Wahrheit steckt: Am Ende des Geldes ist leider noch so viel Monat übrig! Doch wenn interessiert dieser Satz wirklich oder versetzt jemanden sogar in Aufregung? Die meisten Menschen wohl eher nicht, zumindest dann nicht, wenn man über eine Bankkonto mit
eingeräumtem Dispokredit verfügt. Dank dieses Dispokredit wird dann einfach bei Geldknappheit das Girokonto überzogen und gut ist! Nur eins wird dabei wohl von den allermeisten Menschen komplett ausgeblendet: Die Überziehungszinsen für einen Dispokredit sind in der Regel weit teurer als ein „herkömmlicher“ Ratenkredit. Und dennoch: Der Dispokredit ist ein gern in Anspruch genommenes Liquiditätspolster und führt bei nicht verantwortungsvollem Umgang leider auch oftmals in eine Schuldenfalle. Es gilt also den Überblick zu behalten….und gegebenenfalls Alternativen in Betracht zu ziehen.
Dispokredit: Die Banken geben gern und reichlich
Es ist unbestritten, dass die Banken und Sparkassen bei der Gewährung eines Dispokredites beziehungsweise Überziehungskredites durchaus großzügig agieren. So wird hier oftmals das Vielfache eines Monatsgehalts als Kredit eingeräumt. Aus gutem Grund, denn erstens wird bei den Österreichern der Dispokredit durchaus gern genutzt, woraus zweitens bei entsprechenden Zinssätzen für die Banken ein gutes Zinsgeschäft herausspringt.
So wird dann einfach mal schnell das Konto überzogen, weil der Monat schon wieder für das Gehalt zu lang war. Im Grunde auch kein Problem, solange - ja: solange - dies ein Ausnahmefall bleibt und das Konto durch einen entsprechende Lohneingang am Monatsende wieder gedeckt werden kann. So bleibt die Zinsbelastung in einem durchaus erträglichen Rahmen. Anders jedoch bei denjenigen, die den Dispokredit dauerhaft ausreizen und damit ständig in den sogenannten “Miesen“ leben: Dies Zinsbelastungen für den dauerhaft genutzten Dispokredit sind dermaßen hoch, das daraus durchaus eine schwere lösbare Schuldensituation entstehen kann! Die Nutzung eines deutlich zinsgünstigeren Ratenkredites stellt hier die eindeutig bessere Kreditalternative dar.
Beispiel gefällig? Bitte sehr: die Bawag P.S.K. verlangt beispielsweise beim „Girokonto Privat“ 13,25 Prozent für den, auf das Girokonto eingeräumte Dispokredit. Ein klassischer Ratenkredit hingegen gibt es bereits ab 4,5 Prozent Zinsen pro Jahr. Der Unterschied kann also bei ein- und derselben Bank fast zehn Prozentpunkte ausmachen, was in einem geldbetrag ausgedrückt Folgendes bedeutet: 100 Euro Ersparnis pro Jahr bei einem 1000 Euro Kredit!
Ein Jahr im Dispokredit? Dann besser umschulden mittels Ratenkredit
Wer dauerhaft mit seinem Konto dauerhaft d.h. länger als ein Jahr in den „Miesen“ ist und das Gehalt nicht ausreicht, um das Konto wieder auszugleichen, sollte an eine Umschuldung denken. Als Faustregel gilt: Wer das Konto um mehr als das Doppelte des Gehalts überzieht und hier nicht binnen eines Jahres für einen Kontoausgleich sorgt, der sollte mittels zinsgünstigerem Ratenkredit umschulden, um nicht in eine Schuldenspirale zu geraten!
Redakteur: Markus Gildemeister
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